“Stadt” bezeichnet für mich denjenigen Bereich, in dem sich die in den Themenfeldern “Globalisierung & Wirtschaft” und “Arbeitswelt & Leben”, aber auch “Bürgergesellschaft” herausgearbeiteten Veränderungen am sichtbarsten und für die Art unseres Miteinanders am unmittelbarsten niederschlagen.

Denn in der Art, wie wir Stadt erleben, Stadt gestalten und Stadt verstehen, kristallisieren Probleme wie Potentiale des gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels besonders deutlich und bedeutsam: Ökologische Folgen und Raum-Zeit-Ordnungssysteme, öffentliche Einrichtungen und Infrastruktur — verkehrstechnische wie soziale — sind Ausdruck unseres Verständnis´ von und unserer Konsequenzen aus gesellschaftlichem Wandel.

Städte — egal welcher Größe — sind die Orte weitreichendster Durchmischung öffentlichen und privaten Raumes; in ihnen konkretisieren sich die Auswirkungen der Veränderungen in beiden. Denn Veränderungen des Sozialgefüges insgesamt, aber auch tiefgreifende Veränderungen individueller Lebensperspektiven, schlagen sich in der Gestaltung und der Nutzung des Raumes nieder.
Gleichzeitig sind die politischen Akteure auf lokaler und regionaler Ebene die direkten Adressaten unmittelbarer politischer Forderungen hinsichtlich des Umgangs mit den veränderten Bedingungen wirtschaftlichen und sozialen Lebens.

Und nicht zuletzt: In Städten wird “gelebt”, in ihnen gestalten sich die Lebenszusammenhänge wie auch sie selbst Lebenszusammenhänge gestalten. Denn Stadt symbolisiert die Sammlung und Verkörperung von Erfahrungen, Ideen und Lebensentwürfen und bezeichnet somit einen sozialen Organismus jenseits verwaltungstechnischer Kategorien.

Wie aber schlagen sich die strukturellen Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft in “der Stadt” nieder ?
Und was bedeutet dies für die Voraussetzungen unseres physischen und sozialen Miteinanders ?

Diese Ebene der Analyse und Beschreibung ist für mich die logische Verbindung zwischen den Fragen: “Was passiert eigentlich grundsätzlich?”, und: “Was bedeutet das für uns?” bzw.: “Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?”, wie sie Gegenstand der Themenfelder
“Bürgergesellschaft” und “Zukunftsforschung” sind.

 

© Christian Trapp 2003